Fütterung von Hunden

Die Fütterung unserer Haushunde ist heutzutage ein Thema mit dem Bücher zu füllen sind. Fragen Sie 10 Leute und Sie erhalten 20 Meinungen.

 

Grundsätzlich sollten 3 Dinge erfüllt sein:

  1. Der Hund muss das Futter vertragen (kein Durchfall, kein Erbrechen und keine Hautirritationen usw.)
  2. Der Hund muss das Futter fressen und mögen
  3. Sie müssen dieses Futter über längere Zeit finanzieren können

 

Sind alle drei Bedingungen erfüllt, spricht nichts gegen die Fütterung. Eine große Kotmenge und häufiger Kotabsatz sprechen immer für eine schlechte Verwertbarkeit. Dieses hat für den Hund keine unmittelbare Konsequenz, wohl aber für Ihren Geldbeutel, da das Tier mehr von dem Futter braucht, um die gleiche Energie daraus zu gewinnen.

Ein hoher Anteil an Getreide und anderen Kohlehydraten wird immer eine schlechtere Verwertbarkeit für den Hund bedingen. Achten Sie deshalb darauf, dass Fleisch an oberster Stelle der Zutatenliste steht und damit mengenmässig am stärksten vertreten ist.

 

 

Es gibt verschiedene Methoden der Fütterung, diese sollen hier, ganz wertfrei, mit Ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet werden. Für welche Art Sie sich entscheiden liegt vor allem im persönlichen Empfinden.

 

Trockenfutter

Das am meisten genutzte und weit verbreiteste Futter für Hunde. Im Trockenfutter werden alle Bestandteile durch Backen oder dem Extrusionsverfahren erhitzt und in eine bestimmte Form gepresst (Pellets, Kügelchen usw.) Vorteil dieser Verfahren ist die bessere Verdaulichkeit von dadurch aufgeschlossenen Kohlenhydraten. Im Anschluß erfolgt eine Aufsprühung von Vitaminen, Mineralstoffen und evt. weiteren Zutaten, sowie die Trocknung der Futterpellets. Der Wassergehalt darf maximal 14% betragen.

 

Vorteile der Fütterung von Trockenfutter liegen vor allem im handling und meistens auch im Preis. Sie benötigen eine verhältnismäßig geringe Menge um einen bestimmten Energiegehalt zu füttern. Es lässt sich einfach lagern und sauber ohne viel Dreck verfüttern. Einige Trockenfutter können aufgrund ihrer Textur Zahnstein vorbeugen. Es lässt sich gut als Trainingsleckerli für unterwegs oder in den Urlaub mitnehmen.

Nachteile sind im Herstellungsverfahren begründet. Sie wissen nicht genau was in dem Futter ist und welche weiteren Bestandteile zugesetzt wurden. Alle Bestandteile wurden erhitzt und sind häufig künstlicher Natur (va. Vitamine und Mineralstoffe). Trockenfutter führt häufig zu Übergewicht, da es im Napf immer sehr verloren aussieht und dazu verleitet mehr zu füttern als energetisch nötig wäre. Außerdem ist es häufig sehr schmackhaft. Auch muss für eine ausreichende Wasserzufuhr gesorgt werden. Gerade beim verfüttern von Trockenfutter sollte auf den Gehalt an Getreide geachtet werden. Auch kann das vorherige einweichen in Wasser helfen, da der Quellvorgang nicht mehr im Magen stattfinden muss.

 

Dosenfutter

Der größte Unterschied zum Trockenfutter besteht im Feuchtigkeitsgehalt. Dosenfutter enthält bis zu 70% Wasser. Zusätzlich besteht es meist hauptsächlich aus Einweiß, was es sehr schmackhaft macht und dem Hund als Fleischfresser entgegen kommt. Vorteile sind also ganz klar die gute Schmackhaftigkeit, der hohe Fleischanteil und auch die Wassermenge, man muss nicht gesondert auf eine Wasseraufnahme achten. Nachteile sind der teurere Preis bezogen auf die gefütterte Energiemenge (aufgrund des hohen Wasseranteils wird mehr benötigt) im Vergleich zum Trockenfutter, aber auch der vermehrte Platz zur Lagerung und die große Menge Abfall, die entsteht, sollten berücksichtigt werden. Auch kommt es bei der reinen Fütterung von Dosenfutter zu keinem Abrieb der Schmierbeläge auf den Zähnen. Auch neigen viele Hunde zu Blähungen nach dem Verfüttern von Dosenfutter.

 

Selbstzusammengestellte Nahrung

Ob gekocht oder roh (Barf=biologisch artgerechte Fütterung), eine selbstzusammen gestellte Ration beinhaltet immer eine Proteinquelle und Vitamine und Mineralien in Form von Obst und Gemüse. Zusätzlich empfiehlt es sich in den meisten Fällen noch eine Kohlenhydratquelle hinzu zufügen.

 

Rohfütterung:

Grundsätzlich kann jedes Fleisch dem Hund auch roh gegeben werden. Einige Tiere vertragen dieses aber nicht und müssen langsam dran heran geführt werden, andere fressen es nicht. Hier kann man das Fleisch zunächst abkochen und dann immer weniger kochen, bis es auch roh gefressen wird, oder man füttert nur gekochtes Fleisch. Reagiert der Hund mit Durchfall auf eine Rohfleischfütterung so ist diese zu überdenken.

Knochen dürfen NIEMALS gekocht verfüttert werden. Durch die Erhitzung kommt es zur Umstrukturierung der Knochenbestandteile und diese werden sehr porös und splittern leicht. Ist der rohe Knochen dagegen einer Behandlung mit Säure ausgesetzt, wie im Magen, wird er weich und kann verdaut werden. Zu beachten ist aber, dass auch roh gefütterte Knochen zu so genanntem Knochenkot führen können, also den Kot eindicken. Bitte gewöhnen sie Ihren Hund immer erst langsam an die Knochenfütterung und fangen sie am besten mit Hühnerhälsen an, da hier das Fleisch/Knochenverhältniss ideal ist. Die Knochenmenge kann dann langsam gesteigert werden und auch andere Knochen (Kalb, Rind, Lamm ect) können dazu gefüttert werden.

Ansonsten sollte bei der Rohfütterung auf genügend Abwechslung geachtet werden. Auch darf der Anteil ein reinem schieren Muskelfleisch nicht zu hoch gewählt werden. Obst und Gemüse sollte immer püriert werden, damit die Zellwände zerstört werden und der Hund die enthaltenen Nährstoffe auch aufnehmen kann. Als Kohlenhydratquelle eignen sich gekochte Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hirse oder ähnliches.

Sollten Sie Interesse an der Rohfütterung haben wenden Sie sich an uns, wir stellen gerne mit Ihnen zusammen ein Fütterungsplan auf, der den Start erleichtert.

Der Vorteil an selbstzusammengestellten Rationen ist ganz klar, dass man genau weiss, was der Hund zu fressen bekommt. Gerade bei Futtermittelallergikern kann man so bestimmte Dinge ideal meiden und hat auch keine Probleme mit Futtermilben. Preislich liegt die Fütterung im Bereich eines mittleren Trockenfutters, bei Allergikern auch darüber, je nachdem welche Art von Fleisch genutzt werden soll/muss. Nachteile sind ganz klar der höhere Aufwand und die schlechte Handhabung im Urlaub/Unterwegs.

 

Eine Mischung verschiedener Futtermethoden ist grundsätzlich möglich, sollte aber gut durchdacht sein. Gerade zwischen Fleisch und Trockenfutter müssen mind. 8 Stunden liegen. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Verdauzeiten und die unterschiedliche Menge an Magensäure die benötigt wird. Gerade bei Magen-Darm-empfindlichen Hunden spricht vieles dafür, bei einem Futter, welches gut vertragen wird, zu bleiben.